:: Die Commodore 264 Serie ::
Geschichte
Ursprüngliche Idee

Jack Tramiel at CES in 1984 Der Commodore Plus/4 (264er Serie) enstand Anfang der 80er mitten in einer Zeit, als der Firmengründer Jack Tramiel aus der Firma austrat. Das ursprüngliche erste Konzept der 264-Serie war, einen Konkurenten zum erfolgreichen Sinclair Z80 zu bauen, den man damals für nur 49 Dollar kaufen konnte. 49 Dollar für einen Homecomputer war damals sehr günstig. Der Z80 sah natürlich entsprechend aus: sehr kompakt, billigst-Tastatur mit radiergummiartigen Tasten (engl.: Chicklet Keyboard). Der Konkurrent zum Z80 von Commodore sollte ursprünglich der 116 werden, zu einem Preis von 49 Dollar.

Dazu entwickelte man den TED-Chip. Der TED-Chip wurde aus Kostengründen entworfen. Er sollte mehrere Bausteine in einen einzigen Chip integrieren. Je weniger Bausteine eine Hauptplatine enthält, desto günstiger nachher der Computer. Der Entwickler des TED ist Bill Herd, der später den bekannten C128 entwickelte.

Aufgrund der Kompaktheit des C116, wurden auch andere Anschlüsse für Joystick und Datasette benutzt. Statt der großen quadratischen "Atari"-Anschlüsse, die auch im C64 verbaut wurden, hatte man sich für kleine DIN-Buchsen (ähnlich der Keyboard und Mausanschlüsse) entschieden. Bei der Datasette sah es ähnlich aus. Dies hatte zur Folge, dass man keine Joysticks oder Datasette vom C64 nutzen konnte. Diese Spezifikationen wurden später für den Plus/4 übernommen, was sich als großer Fehler herausstellte.

Nach dem Abgang von Jack Tramiel

Jack Tramiel wollte auch mit der 264er Serie keine Spiele-Computer bauen, sondern eine neue Business-Serie. Die PC's wie wir sie heute kennen, waren damals noch nicht etabliert und sehr teuer! Deswegen hatte diese Serie keine Sprites (wichtig für flüssige Spiele) und auch keinen tollen Sound-Chip wie der C64. Der Computer sollte eher für Büroaufgaben in kleinen Firmen eingesetzt werden. Der Plus/4 hieß anfangs 264 (es existieren ein paar gesuchte Prototypen) und hatte keine eingebaute Software. Man plante aber eine Reihe von Business Software.

Jack verließ die Firma und das neue Management änderte die Pläne. Der 264er erhielt das unausgereifte und reduzierte Plus/4 Software-Paket und sollte so um die 299 bis 399 Dollar kosten. Eine krasse Fehlentscheidung. Der Plus/4 wurde kein Erfolg.

Rechner
Der Commodore Plus/4

Startbildschirm

Erscheinungsjahr: Juni 1984
Prozessor: MOS 7501 (1,76 MHz), kompatibel zum 6502
Auflösung: 320x200 (Monochrom), 160 x 200 (Farbe), 121 Farben
Speicher: 64 kB Ram
Sound: Mono-Sound, max. 2 Stimmen (die 2 Stimme kann auch Rauschen erzeugen)

Der Plus/4 war mein erster Computer. Seinen Namen verdankt er der eingebauten Software (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Dateiverwaltung und Grafikprogramm), die mit F1 aufgerufen werden kann. Der Computer war nicht als Spielemaschine gedacht, sondern als Zielgruppe galten eher mittelständische Betriebe. Herausragende Eigenschaften dieser Machine für mich sind immer noch sein Basic 3.5 und das sehr elegante Design.

Sein größter Nachteil ist, dass er größtenteils inkompatibel zum C64 ist. Software vom C64 (ausser primitive Basicprogramme) sind auf dem Plus/4 nicht lauffähig. Joystick und Datasette haben eigene Anschlüsse. Dies ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum der Plus/4 nach 2 Jahren wieder vom Markt genommen wurde.

Der Commodore 16


Der Commodore 16 hat nur 16 kB Speicher statt der 64 kb des Plus/4. Er lässt sich aber bis auf 64 kB aufrüsten. Außerdem besitzt er keine eingebaute Software. Die Form des Gehäuses ist die des C64 und VC-20 ähnlich, besitzt aber zusätzlich einen Resetschalter(!).

Der Commodore 116

Der Commodore 116 ist vollständig kompatibel zum Commodore 16. Der Unterschied liegt im Gehäuse, welches um ein Drittel kleiner als das des Plus/4 ist. Die Tasten sind kleine radiergummiartige Rechtecke, welche nicht besonders komfortabel sind. Oft tippt man daneben oder man muss eine Taste richtig treffen, damit etwas passiert. Kein besonders komfortabler Rechner, aber ein seltenes Sammlerstück.

Der Commodore 264
Genau wie der Plus/4, aber ohne 3+1 Software. Gesuchte Sammlerstücke. Sehr selten, na nie offizielle verkauft.

Der Commodore 232
Genau wie der 264, aber nur 32 kb (Speicher war damals teuer). Es existieren nur wenige Exemplare

Der Commodore V364-Prototyp
Als ich von dieser Machine erfuhr war ich sehr aufgeregt. Es handelt sich im Grunde um einen 264 mit eingebautem Magic-Voice Modul. Der V364 konnte also sprechen. Das Gehäuse hatte rechts einen zusätzlichen Nummern-Block. Leider wurden nur 3 Prototypen gebaut.

Der Commodore LCD-Prototyp

Portabler Businesscomputer mit monochromen LCD-Bildschirm und eingebauter Software (Textverarbeitung, TabellenKalkulation,...). Prototyp.

Speichermedien
Commodore 1531 (Datasette)

Die ersten Speichermedien für Homecomputer waren Audiokasetten. Commodore hat speziell für die 256er-Serie die 1531 Datasette angeboten. Die Daten wurden auf ganz normalen Audiobändern gespeichert, die man damals auch in einem Kassetenrecorder benutzt hat.

Commodore 1551 (Disketten-Laufwerk 5,25 Zoll)

Die Luxusvariante für das Datenspeichern war das 1551 Diskettenlaufwerk. Mittlerweile auch ein seltenes Sammlerstück.

SD2IEC 264 (SD-Karten-Laufwerk bis 4GB)

Die moderne Variante für das Datenspeichern auf SD-Karten.

Joystick
Commodore 1351 (Joystick)

Dieser Joystick von Commodore hatte den besagten kleinen DIN-Stecker, um ihn am Plus/4 verwenden zu können.

Emulator


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F11 -- Joystick 2 ON/OFF
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